Mehr als die klassische Steuerberatung

13.12.2022

Das fliegende Pflaumenmus – über eine schöne Bescherung

Mein Vater schlemmt wahrlich leidenschaftlich. Wird der Sonntagsbraten serviert, schwingt er das Besteck wie ein wildgewordener Dirigent durch die Lüfte und spießt sein Stück mit einem gekonnten Stich bis zum Tellerboden auf. Auch die Geräusche, die er beim Genuss des Fleisches macht, besitzen eine gewisse Musikalität. Ich weiß nicht, wie ein Tamburin mit durchnässtem Trommelfell klingt, aber vermutlich: ähnlich. Die Kenntnis über das unvergleichliche Essverhalten meines Vaters brachte mich auf dem Weihnachtsmarkt, den wir vergangenen Samstag gemeinsam besuchten, auf eine Idee.


Mein Vater, mein Mann und ich stehen am Dampfnudelstand. Zur Hälfte die Mehlspeise aufgefuttert, verabschiedet sich Papa vom Tisch; ein Bekannter will ihm seinen neuen Offroader zeigen. Ich inspiziere die geräumige Höhle im Zentrum des vanilleweißen, mit Mohn bestreuten Hügels. In ihr befindet sich kaum noch Pflaumenmus. Gegenüber fällt mir ein Stand mit verschiedenen Brotaufstrichen auf – Creme aus getrockneten toskanischen Tomaten, Schwarzwälder Wildbienenhonig, gewürztes Pflaumenmus aus der Rhön.


Ich kombiniere: Drüben kaufe ich ein Gläschen Pflaumenmus. Den Inhalt führe ich außerordentlich üppig in die Dampfnudel ein. Mein Vater wird sorglos in die prall gefüllte Speise stechen. Das Mus landet auf dem Hemd meines Mannes. Wir sind über alle Maßen empört und fordern meinen Vater auf, ihm ein neues Hemd zu kaufen. Schließlich benötigt er für ein anstehendes Bewerbungsgespräch eine schicke Garderobe. Und bei uns wächst das Geld nicht auf den Bäumen. Ich instruiere meinen Mann, wie er sich positionieren muss, damit das Mus ihn zuverlässig trifft. Idealerweise auf der Brust. Dort sehen es die uns umgebenden Menschen am besten – und bei meinem Vater können sich Scham und Schuld vollständig entfalten. Die Einflugschneise ist millimetergenau berechnet. Stolz steckt David seine Füße zusammen und streckt den Daumen nach oben.


Dann geht alles ganz schnell. Papa kehrt zurück, stellt sich an den Tisch und krallt sich die Gabel. Zeitgleich hämmert ein Kind von hinten mit voller Inbrunst mit einem goldenen Plastikstern meinem Mann auf die Stirn. So heftig, dass sich David wegdrehen muss. „Der Knirps will deine Gehirnzellen anregen!“, jodelt mein Vater und jagt die Gabel lustvoll in die aufgepimpte Dampfnudel. Das Mus schießt in hohem Bogen auf beide Backen, die Nase und die Ohren des kleinen Jungen. Die versammelte Gemeinde schreckt auf. Ein schrilles Weinkonzert setzt ein. „Oh mein Gott, wie kann ich das wieder gutmachen?“, sagt mein Vater und eilt zu ihm. Er kneift dem Buben beschwichtigend in jene Backe, auf der noch Haut zu erkennen ist. Die Mutter streichelt ihm besorgt über die Haare, in denen sich ebenfalls einige Perlen des dunklen Breis verfangen haben. Mit der anderen Hand zerrt sie ein Taschentuch aus ihrer Tasche hervor. Derweil läuft dem Kind das Mus mitsamt den Tränen in den Mund.


Dann geschieht das Wunder: Durch den Geschmack verformen sich die Gesichtszüge von bitterböse in freudestrahlend. Der Junge reißt die Augen auf und zeigt mit dem Zeigefinger auf das Pflaumenmus am Büdchen gegenüber. „Soll ich dir ein Gläschen kaufen?“, fragt mein Vater aufmerksam. Die Mutter antwortet für ihr Kind: „Gerne. Wenn er sie nicht gerade mit dem Mund auffangen muss, mag Elias Pflaumenkonfitüre.“ Mein Vater läuft zum Stand und äußert seinen Wunsch. „Eine fruchtige Familie sind sie. Ihre Tochter war ja eben auch hier“, scherzt die Verkäuferin. „Meine Tochter?“, stockt mein Vater. „Ja, sie hat mit meinem Pflaumenmus Ihre Dampfnudel nachgefüllt. Scheinbar war es zu viel. Kann ja mal passieren“, lacht sie und reicht meinem Vater das Glas.


Mein Vater wirft mir einen Blick zu, als habe er mich schlagartig durchschaut. Als er zurückkommt und sich alle Gemüter beruhigt haben, gestehe ich ihm, was ich vorhatte. Seine Reaktion verblüfft mich: „Sag das doch beim nächsten Mal einfach. Ich kaufe David das Hemd natürlich. In der Weihnachtszeit ist es umso wichtiger, sich gegenseitig zu unterstützen.“ Wir setzen den Bummel in einer Boutique unserer Wahl fort. Mit dem frischen Hemd fühlt sich David so wohl, dass er den Job tatsächlich bekommt – als Büroangestellter in einer regionalen Marmeladen-Manufaktur.


Auch Ihnen, liebe Kundinnen und Kunden, wünschen wir im kommenden Jahr einzigartige Erfolgserlebnisse. Dass dabei steuerlich alles in geordneten Bahnen verläuft, ist unsere Verpflichtung. Verlassen Sie sich darauf, dass wir menschlich und fachlich nah an Ihrer Seite stehen werden. Ein besinnliches Weihnachtsfest und einen fröhlichen Start ins neue Jahr für Sie!


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