Mehr als die klassische Steuerberatung

26.08.2019

Der „schwarze Humor“ meiner Tochter zur Hochzeit

Die Schlinge an meinem Hals zieht sich langsam zu. In wenigen Tagen besiegelt sie in perfider Herrlichkeit meine Exekution. David, mein Schwiegersohn, hat sie geknüpft. Ende Dezember hatte er, kurz bevor er die Weihnachtsgans anbrennen ließ, meiner Tochter Mia einen Heiratsantrag gemacht. In den darauffolgenden Monaten lösten sich meine Hoffnungen, ich besitze telepathische Kräfte, die ich zu ihrem Wohle einsetzen könnte, in Torf, Myrrhe und Schweiß auf – den Ingredienzien seines Körpergeruchs. Eine Reise nach Paris, verbunden mit der Glorifizierung schmucker, klavierspielender Herren, erbrachte ebenfalls keine Umkehr ihrer wahnwitzigen Entscheidung, auf dem Mofa – Davids bevorzugtes Fortbewegungsmittel – blindlings in die Hölle zu knattern. 

 

Mia hat mich gebeten, sie zur Brautkleidanprobe zu begleiten. Ich komme in Anzug und Schlips direkt aus dem Versicherungsbüro und betrete den „Altar der Eleganz“, einen Gothic-Store, den David ihr empfohlen hat. Meine Pupillen flackern in alle Himmelsrichtungen. So etwas kannte ich bislang nur aus der Geisterbahn oder dem Tele-5-Nachtprogramm. Auf der Tapete verbreiten tanzende Skelette und weiße Kaninchen mit rot unterlaufenen Augen ihren gespenstischen Charme, in geräumigen Särgen thronen klobige Lackstiefel, über Machetenständern baumeln Nietengürtel. Die Verkäuferin, eine gepuderte, ältere Dame mit wallendem Lockentoupet, hochgeschossenem Zylinder und Halbmondkontaktlinsen, erklärt mir in sakralem Ton, dass Mia bereits in der Umkleide sei und das einzige Brautkleid anprobiere, das es hier gebe.

 

„Papa, ich habe dich schon gehört“, tönt es von hinten. Mia reißt den Fledermausvorhang zur Seite und strahlt von einem Ohr zum anderen. Ich hingegen falle in eine Schockstarre; geistesleer nicke ich ihr zu. Mia hat sich gerade wieder umgezogen, als ihr Smartphone klingelt. „Will ich!“, drückt sie mir den synthetischen Puffärmel-Alptraum in die Hände und stürmt aus dem Laden, um ungestört zu telefonieren. „Nicht mal einer Beerdigung wird dieser schaurige Fummel gerecht. Ich muss schnell handeln“, bin ich überzeugt. Ich sehe ein Reagenzglas mit brodelnder, grüner Flüssigkeit vor der Kasse hängen. Mein Plan: zufällig dagegen stoßen und das Kleid unwiederbringlich verschmutzen. Gesagt, getan. Leider wird mir auf halbem Weg zum Verhängnis, dass ich kaum nach vorne schauen kann. Ich stolpere über eine in den Boden eingeschweißte Tarantel-Familie aus Stahl und fliege in hohem Bogen auf die Verkäuferin. 

 

Umschlungen stürzen wir dahin. Die Perücke sitzt plötzlich quer auf ihrem Schädel, die Halbmonde leuchten uns von der Fußmatte an, den Zylinder trage jetzt ich, auf dem Po. In dieser Sekunde kommt meine Tochter zurück. „Vater?!“ „Natürlich kaufe ich dir das hübsche Teil“, zwinkere ich verschämt hinter dem Tresen hervor. „Wenn Sie von mir heruntersteigen, kassiere ich Sie gerne ab“, schnauzt mich meine verschrobene Flugbegleiterin an. „Verzeihung.“ Ich erhebe mich, öffne den Geldbeutel und überreiche Mia unter seelischem Schmerz das Kleid.Auf dem Heimweg läuft uns mein Steuerberater Roland Wilm entgegen. „Na, besuchst Du einen Maskenball?“, fragt er meine Tochter. Ich grätsche dazwischen und erkundige mich nach Steuer-News. „Die Befreiung reiner Elektrofahrzeuge von der Kfz-Steuer wird auf zehn Jahre verlängert“, verrät er. Für mich Grund genug, Mia ins Autohaus mitzuschleifen. „Ciao, Herr Wilm, danke für Ihre Expertise!“


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