Mehr als die klassische Steuerberatung

29.07.2026

Die digitalen Zeisenvaarts – ein Netzwerk, das Vorahnungen weckt

Nun stand es also kurz bevor, das große Zusammentreffen der Zeisenvaarts. In den Wochen vor dem Fest, für das wir eine kleine Mehrzweckhalle mit Bühne angemietet hatten, war David nicht mehr zu bremsen. Er hatte bereits die Einladungskarten gestaltet und anhand der Einträge im Gästebuch des Museums zahlreiche Nachfahren Zillo Zeisenvaarts recherchiert.

 

Natürlich sagte nicht jeder zu. Einige lebten in Australien oder Südafrika. Andere antworteten höflich, sie seien zwar genetisch interessiert, wollten ihre Sommerferien aber nicht einem Mann widmen, der im 19. Jahrhundert jede zweite Frau Limburgs für bewundernswert gehalten hatte. Überraschend viele meldeten sich jedoch begeistert zurück, vor allem aus Maastricht und dem grenznahen Umland. Offenbar übte die Vorstellung, plötzlich Dutzende bis dahin völlig unbekannte Verwandte kennenzulernen, auf viele dieselbe eigentümliche Anziehungskraft aus wie auf uns.

 

David ging allerdings noch einen Schritt weiter. Oder eher sieben. Eines Morgens präsentierte er mir mit der Miene eines Silicon-Valley-Gründers ein eigenes Internetportal ausschließlich für Zeisenvaart-Nachfahren. Unter zilloconnect.de konnten sich alle Gäste anmelden, sich vorstellen und alles Wissenswerte rund um unser Treffen erfahren. Er hatte die Seite außerdem mit allerlei Funktionen ausgestattet, von denen ich bis heute nicht weiß, ob die Menschheit sie wirklich gebraucht hat.

 

„Gefällt's dir, Robert?“ Ich betrachtete die Startseite. Über einem stilisierten Zylinder, der sich immer wieder schwungvoll um die eigene Achse drehte, stand in riesigen Buchstaben: ZEISENVAART-TAG – Endlich unter Gleichgesinnten. Darunter: ZEISENVAART-DAG – Eindelijk onder gelijkgestemden. Und schließlich: ZEISENVAART DAY – Finally among like-minded people. „Ich bin jetzt dreisprachig unterwegs“, sagte David mit gespielter Selbstverständlichkeit. „Jaja“, murmelte ich. „Du hast … mitgedacht.“

 

Eine der beliebtesten Rubriken nannte er „Wie viel Zillo steckt in dir?“. Dort konnten die Nachfahren ihre besonderen Eigenarten vorstellen. Ein pensionierter Buchhalter aus Aachen schrieb gemeinsam mit seiner Frau: „Unsere Lieblingsbeschäftigung auf dem Balkon heißt Auspuffraten. Ein Auto fährt vorbei, meine Frau und ich hören kurz hin – und dann tippen wir, welcher Nachbar gerade unterwegs ist. Manche Menschen erkennen Gesichter, wir erkennen Motoren.“

 

Eine ältere Dame aus Heerlen stellte ihre ungewöhnliche Leidenschaft vor: Fischmeditationen. Mit einem Gong setzt sie sich vor das Aquarium ihrer Klienten und meditiert gemeinsam mit den Bewohnern. „Nach wenigen Minuten werden die Bewegungen der Fische ruhiger“, schrieb sie. „Sie ziehen gleichmäßiger ihre Bahnen und blubbern besser im Takt.“

 

Spätestens an dieser Stelle wurde mir klar, dass wir tatsächlich nicht von irgendeinem biederen Müller oder Meier abstammten. Anscheinend hatten sich die Schrullen Zillo Zeisenvaarts hartnäckiger vererbt als seine wallnussbraune Lockenpracht. Ich begann vorsorglich zu hoffen, dass unsere Haftpflichtversicherung Familienzusammenführungen mit einschloss. Bei diesem Potpourri menschlicher Sonderanfertigungen erschien mir sogar ein diskreter Einsatz der GSG 9 nicht gänzlich ausgeschlossen. David las mir die Beiträge mit sichtlichem Vergnügen vor. Ich ertappte mich jedes Mal bei demselben Gedanken: Hoffentlich sitzt der später nicht neben mir.

 

Und dann gab es noch einen Doppelgänger-Wettbewerb. Jeder konnte ein Porträtfoto hochladen. Anschließend stimmten alle anderen darüber ab, wer dem berühmten Vorfahren am ähnlichsten sah. Nach drei Tagen lag ich auf Rang 37. Einer kommentierte trocken: „Der sieht zu seriös aus. Dem würde ich sofort eine Versicherung abkaufen.“ Nun ja. Vielleicht hätte ich das Portal gleich zur Kaltakquise nutzen sollen.

 

Schließlich veröffentlichte David auch den Ablauf der Feier. Irgendjemand hatte in der Gruppe vorgeschlagen, sich morgens am Maastrichter Hauptbahnhof zu treffen und gemeinsam mit dem Zug nach Deutschland zu fahren. Aus der spontanen Idee wurde innerhalb weniger Tage ein fester Beschluss. Rund vierzig Teilnehmer wollten nun geschlossen die Reise antreten. Zunächst hielt ich das für eine ausgesprochen vernünftige Idee. Heute weiß ich: Vierzig Zeisenvaarts in einem deutschen ICE sind ungefähr so sinnvoll wie ein Kindergeburtstag in einer Porzellanmanufaktur. Was sich zwischen Maastricht und Frankfurt abspielte, erzähle ich Ihnen im August.

 

Zwar kein komplettes soziales Netzwerk, aber eine ausgesprochen vielfältige und informative Internetseite hat auch mein Steuerberater Roland Wilm. Dort wird in einfachen Worten die Welt der Steuern vermittelt – von der Existenzgründungsberatung über Fragen rund um erneuerbare Energien bis hin zu vielen weiteren Steuerbereichen. Es geht dabei um mehr als klassische Steuerberatung: um umfassende Unterstützung, verständliche Antworten und eine persönliche, ehrliche Begleitung.


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