Mehr als die klassische Steuerberatung

09.03.2026

Gründung bei „Da Vinci“ – von der Mutprobe zur Laienspielgruppe

Zwanzig Uhr. Bei „Da Vinci“. Der Duft von Knoblauch und Basilikum weht mir um die Nase. Ebenso liegt eine stille Vorahnung in der Luft, dass die mich umgebende Meute ihr Potenzial an Kuriositäten heute noch nicht ganz ausgeschöpft hat. Wir sitzen an einem langen Tisch – Angela und ich, der Lederkoloss, die TikTok-Zwillinge, die Lehrerin, der Tweed-Antiquar.

 

Der Kellner kommt. „Was darf's sein?“ Die eine Zwillingsschwester öffnet den Mund: „Einen Aperol Spr...“ Sie stockt, ihr Blick fällt auf die anderen. „Oh. Nein. Alkohol hatten wir ja vorhin schon. Vielleicht doch keine so gute Idee. Wasser bitte.“ Wir bestellen Getränke, Pizza, Pasta. Der Antiquar lehnt sich zurück. „Goethe schrieb einmal über den Rausch der Kunst. Heute haben wir beides erlebt. Den Rausch. Und die Kunst.“ „Wobei die Reihenfolge fragwürdig war“, werfe ich ein. 

 

Angela schaut in die Runde. „Wisst ihr was? Heute war ein Desaster.“ Stille. „Aber“, sie lächelt, „ein gemeinsames Desaster. Wir haben zusammen versagt, zusammen gelacht, zusammen ... gespielt.“ Ihre Augen leuchten. „Und das Spielen – das war der beste Teil.“ Die Lehrerin nickt bedächtig. „Als ich diese Leiche gespielt habe, da hab ich mich zum ersten Mal seit Jahren wieder lebendig gefühlt.“ Sie hält inne. „Das klingt jetzt komisch, oder?“ „Nein“, sagt eine der Zwillinge leise. „Verstehe ich. Beim Filmen vergisst man, wer man sein soll. Man ist einfach ... jemand anderes.“

 

Angela beugt sich vor. „Genau das meine ich! Wir sollten das weiterführen. Nicht nur einmal. Regelmäßig.“ Sie zögert. „Eine ... ich weiß nicht ... Gruppe? Eine Theatergruppe? Wir zusammen?“ Der Lederkoloss kratzt sich am Kopf. „Eine Laienspielgruppe? Ernsthaft?“ „Warum nicht?“, fragt Angela. „Wir waren heute Statisten. Nächstes Mal könnten wir echte Rollen spielen. Kleine Stücke. Sketche vielleicht.“

 

Ich räuspere mich. „Du weißt schon, dass ich nur aus Verzweiflung mitgemacht habe?“ „Und trotzdem hattest du Spaß“, kontert sie. Ich überlege. Sie hat recht. „Wenn wir das machen“, sagt der Antiquar, „brauchen wir einen Namen. Etwas, das uns ausmacht.“ Er streicht über seinen Tweed. „Die Künstlergruppe ‚Der Blaue Reiter‘ hat die Kunst revolutioniert. Eventuell könnten wir ... ‚Die Blauen Tatortler‘ sein?“ Das kombiniert kulturellen Anspruch mit promillesker Unberechenbarkeit.

 

Stille. Dann prusten die Zwillinge los. „Das klingt wie eine Krankheit“, sagt die eine. „Oder wie eine sehr spezielle Polizeieinheit“, ergänzt die andere. „Die Katerstrophalen!“, ruft die Lehrerin plötzlich. Der Tisch verstummt. „Kater – weil wir alle einen hatten. Und katastrophal – weil wir's heute waren.“ Sie grinst. „Perfekte Kombination.“ Angela klatscht in die Hände. „Ja! Die Katerstrophalen!“ Der Lederkoloss hebt sein Glas. „Auf die Katerstrophalen. Mögen wir niemals professionell werden.“

 

„Moment“, sagt Angela. „Wir müssen das sofort ausprobieren. Hier im Restaurant. Jeder bekommt eine Rolle – das komplette Gegenteil von dem, was er ist!“ Sie deutet auf den Lederkoloss. „Du bist ein fünfjähriges Kind.“ Zu den Zwillingen: „Ihr seid mürrische alte Professoren.“ Zu mir: „Und du bist ein exzentrischer Künstler. Dramatisch. Laut.“ Ich schlucke.

 

Der Kellner kommt mit den Pizzen. „Einmal Margherita für …“ Der Lederkoloss hebt die Hand, piepst: „Für mich! Ich mag Pizza! Mit gaaaanz viel Käse!“ Der Kellner blinzelt irritiert. „Und die Quattro Stagioni?“ Eine der Zwillinge seufzt schwer. „Stellen Sie sie einfach ab. Diese jungen Leute heutzutage. Zu meiner Zeit …“ Der Kellner senkt skeptisch die Brauen. „Wir sind doch ungefähr gleich alt?“ Bei den nächsten Tellern hat er sichtlich Mühe, die Fassung zu wahren. Die Lehrerin flüstert wie eine Geheimagentin. Der Antiquar trommelt mit Gabeln wie ein Rockstar. Der Kellner flüchtet kopfschüttelnd.

 

„Ich muss mal für kleine Roberts“, sage ich. Angela grinst. „Nicht vergessen: exzentrischer Künstler!“ Ich atme tief durch. Auf dem Weg zur Toilette lasse ich meinen Gürtel wild auf den Hosenbund klatschen – Klack! Klack! – und rufe schrill: „Die Inspiration ruft! Die Musen warten!“ Ein Paar starrt. Ich verbeuge mich theatralisch.

 

Als ich zurückkomme, brandet Applaus auf. Die Katerstrophalen klatschen, johlen, trampeln. Ich laufe rot an, vergrabe das Gesicht in den Händen. Der Kellner eilt an den Tisch und legt mir halb besorgt den Arm auf die Schulter. „Brauchen Sie … professionelle Hilfe?“ „Haben wir bereits“, flüstert die Lehrerin. „Unseren Coach.“ Sie deutet auf Angela. 

 

Wir zahlen und treten hinaus in die Nacht. „Nächste Woche?“, fragt der Lederkoloss. „Nächste Woche“, bestätigt Angela. „Erste Probe der Katerstrophalen.“

 

Echte Aufbruchstimmung herrscht bei den Katerstrophalen vor. Und das gilt doch irgendwie für uns alle, denn der Frühling steht bevor. Die Tage werden heller, die Stimmung leichter – und manches, was man vor sich hergeschoben hat, fühlt sich plötzlich machbar an. Das gilt nicht nur für kreative Experimente, sondern auch für die weniger glamourösen Aufgaben des Lebens. Wer seine Steuerunterlagen frühzeitig ordnet und die Erklärung rechtzeitig einreicht, verschafft sich Klarheit und Gelassenheit für das restliche Jahr, und auch Roland Wilm freut sich dann – über weniger Zeitdruck.


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