24.04.2026
Ideensitzung der Katerstrophalen – und ein Stargast inklusive
Die erste große Ideensitzung der Katerstrophalen findet bei uns im Wohnzimmer statt, standesgemäß mit katastrophalem Chaos auf dem Tisch, dutzenden Zetteln mit dicken schwarzen Zeilen, die zum Verfassen kühner Theaterstücke auffordern, Kugelschreibern mit aufgedruckten Glühbirnen und einer Tischdecke mit Comicfiguren, die heurekahaft den Zeigefinger heben. Mein Gott, was der Keller alles herzugeben hat, wenn die Künstler zur Tagung blasen. Und schließlich geht es nicht um irgendein Stück; das erste wird gleich ein besonderes: ein Stück für die Zusammenkunft der Nachkommen von Zillo Zeisenvaart, in einer kleinen angemieteten Halle im August.
Doch der Reihe nach: An diesem Nachmittag habe ich bereits nach fünf Minuten das Gefühl – und das nicht nur aufgrund der halbkreisförmigen Anordnung der Stühle –, Leiter einer Selbsthilfegruppe zu sein. Die Versammlung ungeklärter Begabungen schwankt zwischen betretenem Schweigen und schnatterndem Durcheinander.
Der Lederkoloss, der im Alltag Kevin heißt, von uns aber nur noch als Lederkoloss gedacht wird, verschränkt die Arme über seiner Brust. „Ich wäre für etwas mit Fechten.“ „Warum?“, fragt eine der Zwillinge. „Weil ein Degen auf der Bühne immer Eindruck macht.“ „Ein Degen macht vor allem Löcher“, sagt die pensionierte Lehrerin und schiebt ihre Brille höher. „Wir brauchen Haltung, nicht Hiebwaffen.“
Der Tweed-Antiquar räuspert sich. „Zillo war Symbolist. Man könnte in Tableaus arbeiten. Mit Licht. Und Chiffren.“ „Und was sollen wir dann sagen?“, fragt David. „Guten Abend, wir sind die Chiffren?“ Die zweite Zwillingsschwester, die bisher nur auf ihrem Handy herumgewischt hatte, sieht auf. „Vielleicht ein Familientreffen bei Zillo zu Hause. Alle streiten sich. So ein bisschen wie bei ‚Gute Zeiten, Schlechte Zeiten‘. Das kann jede Gruppe, wir also auch.“
Zum Glück leite nicht nur ich, sondern auch Angela. Sie übernimmt das Ruder. „Also“, sagt sie und klopft mit dem Stift auf den Block. „Lasst uns etwas wirklich Vorzeigbares entwickeln. Nichts, wofür man sich hinterher bei dem entfernten Familienanhang aus dem käsigen Westen Europas entschuldigen muss. Es geht um eine echte Geschichte. Mit Fallhöhe.“ Sie schreibt „Zillo“ in die Mitte eines Blatts und malt Kreise darum, als wolle sie einen Tatort analysieren – scheinbar hat ihre letzte Rolle Spuren hinterlassen. „Wir müssen an den Punkt, wo er interessant wird. Nicht Geburt, nicht Jugend. Später.“ „Wenn er schon alles verbockt hat“, wirft Mia ein.
Ich werfe einen Blick auf die Uhr; es müsste gleich so weit sein. Ich habe einen „Stargast“ eingeladen und zwinkere David verschworen zu. In diesem Moment klingelt es tatsächlich. In einer Tonfolge, die ankündigt, dass jemand sich für zu groß hält, um einfach nur vor einer Tür zu stehen. Die anderen schauen überrascht, inklusive meiner Frau. Ich gehe zur Tür und öffne sie. „Robert“, sagt Hilda und küsst an mir vorbei in die Luft. „Wie entzückend bieder es hier ist.“ Ich begrüße sie ein wenig verschämt. An ihren Handgelenken klackern diesmal keine Salamander-Armbänder, sondern langgezogene Dackel. Neben ihr – zu meiner Verblüffung – ein hagerer Herr mit silbergrauem Haar, weißem Schal und einem Gesichtsausdruck, der in seinem erlesenen Leiden selbst André Rieu in den Schatten stellt.
Sie deutet auf ihren Begleiter. „Das ist mein Großcousin Floris.“ „Guten Abend“, sagt Floris mit weichem Vibrato. „Ich werde begleiten.“ „Begleiten?“, frage ich. „Am Klavier“, sagt Hilda, als läge das auf der Hand. „Er hat ein elektrisches Instrument im Auto. Ein echter Flügel hätte euer Raumkonzept erschlagen.“ Ich sehe sie an. „Du hast einen Pianisten mitgebracht.“ „Natürlich. Du hast doch nicht ernsthaft geglaubt, ich käme mit bloßem Rat.“
Ich führe die beiden, immer noch etwas verdutzt, ins Wohnzimmer und stelle sie vor. Hilda gibt nicht die Hand. Sie reißt die Gäste an sich, wie ich es keinen Millimeter anders von ihr erwartet hätte. Floris nickt in die Runde, als segne er eine Provinzbühne.
Hilda stellt eine Hutschachtel und zwei Taschen ab. „Ach übrigens, es ist doch in Ordnung, wenn ich – oder besser: wir – bei euch übernachten“, sagt sie. „Ich habe kein brauchbares Hotel in der Nähe gefunden.“ Mir fällt gedanklich die Doppelkinnlade herunter. Das mit dem feenhaften Floris war schon nicht abgesprochen – und dann noch das. Im Augenwinkel sehe ich Angelas Blick, der einen ganzen Fragenkatalog in sich trägt …
Wie sie auf den spontanen Besuch reagiert, wird sich im Mai zeigen. Außerdem entscheidet sich dann, ob die Katerstrophalen tatsächlich eine spannende Idee für den Zeisenvaart-Reunion-Day finden. Auch bei den Steuern muss man oft um die Ecke denken und kreativ sein – natürlich stets im rechtlichen Rahmen. Daher gilt für Roland Wilm: Kreativität und juristisches Know-how gehen Hand in Hand. Auf der Bühne der Steuern ist er unschlagbar!
Wie hat Ihnen unser Artikel gefallen?
Wir freuen uns auf Ihr Feedback entweder an die Steuerkanzlei Wilm oder an unseren Gast-Autor Dr. André Gärisch direkt.
Kontakt zu uns
Steuerkanzlei Wilm
Dipl.-Kfm. Roland Wilm
Steuerberater
Veitsberg 2
97618 Hohenroth
Tel: 09771 / 63 07 99-3
Fax: 09771 / 63 07 99-4
Öffnungszeiten
Mo - Do: 08:00 - 16:00 Uhr
Fr: 08:00 - 12:00 Uhr
Telefonische Sprechzeiten
Mo - Fr: 09:00 - 12:00 Uhr