Mehr als die klassische Steuerberatung

12.02.2026

Kater trifft auf Kater – Lagebesprechung der Statisten

Zweiter Versuch. Diesmal ohne Gewicht-Hantieren, nur lässig dasitzen, Handtuch über der Schulter. Die Ermittler kommen, ich sage meinen Text: „Ich weiß nicht, wie sie heißt, aber sie war öfter hier. Dass mit ihr etwas passiert wäre, habe ich nicht mitbekommen. Fragen Sie doch mal den Typen da drüben, der trainiert immer bis nachts.“ Perfekt. Die Kommissare nicken, gehen weiter. „Und … CUT! Sehr gut, das war's!“ Ich erhebe mich – und meine Beine geben nach. Muskelkater. Vom Dasitzen.

 

Ich humple zur Garderobe. Die anderen Statisten sitzen immer noch da – nur ruhiger. Der Lederkoloss – jener Fitness-Statist, für den ich einspringen musste – schläft mit offenem Mund, die TikTok-Zwillinge starren glasig auf ihre Handys, die Lehrerin massiert sich die Schläfen. Nur der Tweed-Antiquar sitzt kerzengerade und liest in einem Buch. „Faust“, verkündet er. „Der Teil, in dem er seine Seele verkauft. Kommt mir heute passend vor.“

 

„Wie läuft's bei euch?“, frage ich die Zwillinge. Die eine hebt mühsam den Kopf. „Ich bin dreimal in die falsche Richtung gelaufen.“ „Und ich gegen eine Glastür“, ergänzt die andere. Ich lasse mich auf die Couch fallen, verziehe das Gesicht und stoße einen knappen Schrei aus. Der Lederkoloss öffnet ein Auge und hebt schuldbewusst den Kopf. „Muskelkater?“ „Vom Dasitzen“, sage ich bitter. Er nickt. „Ich hab auch Kater.“ „Muskelkater?“ „Nein. Den anderen.“ Die Lehrerin stöhnt: „Ich auch. Den anderen.“

 

Der Lederkoloss setzt sich zu mir. „Hey“, sagt er kleinlaut, „du musstest für mich ran?“ Ich nicke. „Butterfly-Maschine. Stufe drei.“ „Tut mir leid, Mann. Ich wollte nur lockerer werden. Und dann dieser Schnaps …“ „Doornkaat“, werfe ich ein. „Teuflisches Zeug.“ Er reibt sich den stachligen Kiefer. „Aber weißt du was? Vielleicht war's gut so.“ Ich starre ihn an. „Gut?“ „Ja! Du hast jetzt Kamera-Erfahrung. Im Tatort! Nächstes Mal Hauptkommissar. Dann – Hollywood!“ „Hollywood.“ „Klar! Heute Zeuge, morgen Bond-Bösewicht.“ Er grinst. „Ich hab dir quasi einen Gefallen getan.“ Ich antworte halb gequält, halb hoffnungsvoll: „So ein Oscar würde sich gut machen in meinem Zuhause – mein Schwiegersohn hat auf der Gästetoilette eine Vase von der Anrichte gepfeffert.“ Die Zwillinge kichern.

 

Die Tür geht auf. Angela kommt herein – ohne Leichen-Make-up, nur ein matter Schatten am Hals. Erschöpft, aber zufrieden. „Wie war die Pathologie?“ „Kalt. Sehr kalt. Aber professionell. Ich bin jetzt offiziell tot.“ Sie setzt sich und lehnt den Kopf an meine Schulter. „Und du?“ „Ich habe einen Satz gesagt und Muskelkater vom Sitzen. Und ich bin womöglich der unfitteste Zeuge der deutschen Fernsehgeschichte.“ Sie lacht. „Wir sind ein gutes Team.“

 

Sie blickt in die Runde. „Oh“, sagt sie. „Ihr seht … besser aus.“ Die Lehrerin richtet sich auf. „Ich könnte jetzt wieder geradeaus gehen.“ Die Zwillinge nicken. „Orientierung reloaded.“ Angela greift ihre Tasche, stürmt hinaus. Wir hören: „Hallo? Ist die Regieassistentin noch da?“

 

Minuten später ist sie zurück, die Regieassistentin im Schlepptau. „Die Statisten sind wieder einsatzfähig. Falls noch Szenen zu drehen sind.“ Die Regieassistentin mustert die Gruppe. „Wirklich?“ Die Lehrerin steht demonstrativ gerade. „Ich bin bereit.“ Der Lederkoloss erhebt sich. „Ich auch.“ „Sie brauchen wir heute gewiss nicht mehr“, erwidert die Assistentin und verdreht die Augen. „Wer weiß, wie oft Ihnen noch die Nacht anschwillt. Außerdem ist ihre Szene bereits gedreht – von Robert Taxing.“ Ich wackle selbstgewiss mit den Brauen.

 

Sie zückt ihr Klemmbrett. „Wir haben tatsächlich noch zwei Szenen. Aber wenn noch einmal jemand vor eine Glastür rennt oder den Täter wahllos umarmt, seid ihr raus.“ Die Statisten nicken demütig. Angela tritt vor. „Es tut mir leid. Das mit dem Nerventonikum war meine Idee.“ Die Regieassistentin seufzt. „Ging nur etwas nach hinten los.“ „Darf ich euch alle heute Abend zum Essen einladen? Als Entschuldigung?“

 

Die Statisten schauen auf. Der Lederkoloss grinst. „Ernsthaft?“ „Ernsthaft. Italiener an der Ecke. Zwanzig Uhr.“ Die Zwillinge tuscheln aufgeregt. Die Lehrerin lächelt. „Sehr nett.“ Der Antiquar klappt sein Buch zu. „Wenn die Gnocchi rufen, muss Goethe warten.“

 

Die Regieassistentin schüttelt den Kopf, lächelt aber. „Sie sind wirklich speziell, Frau Taxing.“ Angela strahlt. „Das wurde mir heute schon mehrfach gesagt.“ Ich erhebe mich mühsam. „Dann gehen wir alle zusammen essen?“ „Genau“, sagt Angela. „Als Abrundung eines perfekten Tages.“ „Perfekt?“, frage ich. „Ich hab Muskelkater vom Dasitzen, du warst zweimal tot, und die halbe Crew hatte einen Filmriss.“ Angela grinst. „Eben. Perfekt.“

 

Über das Abendessen erfahren Sie im März. Apropos Essen: Dank meines Steuerberaters Roland Wilm konnten wir sicher schon das ein oder andere Mal zusätzlich bei unserem Lieblingsitaliener einkehren. Für seine Mandanten holt er finanziell richtig etwas heraus, behält Zahlen und Paragraphen tausendprozentig im Blick – und sorgt so ganz nebenbei dafür, dass Tagliatelle al Ragù und eine ordentlich belegte Pizza Spezial öfter auf dem Tisch landen – ganz ohne schlechtes Gewissen.


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