Mehr als die klassische Steuerberatung

28.10.2019

„Speedy on Fire" – Der warme Gruß des tanzenden Felles

Als Leiter einer kleinen Versicherungsagentur bin ich stets bemüht, Stimmung und Motivation meiner Mitarbeiter anzukurbeln; sie sind schließlich die Zahnräder meines Wohlstandes. Keineswegs genügt es, Glasschälchen mit verblassten Gummibärchen oder knautschigen Erdnussflips bereitzustellen oder zweimal im Jahr einen Firmenausflug in den – zugegeben sehr aufregenden – Freizeitpark Tripstrill zu machen. Die Kunst liegt darin, die Bedürfnisse der Besatzung messerscharf zu erfassen und ihr bei ausgezeichneten Leistungen eben jene Wünsche als Belohnung feierlich vor die Nase zu setzen. 

 

Seit einigen Monaten Trendthema: einen Bürohund durch die Agenturtür tippeln zu lassen, der den Arbeitsalltag aufwirbeln soll. Besonders meine Auszubildende Laura quengelte immer wieder nach einem „knuffigen Versicherungsvierbeiner“. Sie ist es auch, die mir vergangenen Freitag auf ihrem Smartphone einen jungen Dalmatiner vorstellt – Teil eines Handballmannschaft-Wurfes, dessen gepunktete Mitglieder neue Herrchen und Frauchen suchen. Aus dem Display schauen mich treuherzige Kulleraugen an. Also gewähre ich Laura, den Racker probeweise mitzubringen; erst nach meiner Zusage verrät sie mir dessen Namen: „Speedy“. 

 

Speedy zieht energisch an der Leine – er ist Feuer und Flamme, sich in die Welt der Prämien, Risiken und Schäden zu stürzen. Im Büro angekommen, springt er auf unsere Telefonistin Marta und schleckt sie breitflächig ab. Ich kraule ihn, und ernte ausschweifenden Dank – so wie ich es früher von meiner Frau gewohnt war. „Ein echter ‚Hundini‘, er zaubert uns aus dem Nichts gute Laune in den Leib“, jubelt Sachbearbeiter Sven. Nach dem frohen Aufruhr verabschieden sich meine Kollegen in die Mittagspause. Speedy fetzt indes über die Tische und klimpert unwirsch auf den Tastaturen herum; sogar eine E-Mail schickt er in den Orbit: „sadlfkjsdof“. „Bitte kein wichtiger Empfänger!“, erschrecke ich. Danach krallt er sich die Dokumente in der Ablage und zerfleddert sie, als seien es abgelaufene Lottoscheine. Ich sperre ihn in den Besprechungsraum; dort befinden sich lediglich ein Tisch und Stühle. 

 

Minuten später begrüße ich einen Kunden und führe ihn in den Besprechungsraum. Speedy kommandiere ich zu Laura, sie hat ihn am ehesten im Griff. In der Region um meinen Stuhl riecht es nach Gras, und seltsam säuerlich. Ich lasse mich trotzdem nieder. „Was ist das?“, stutze ich. Durch meine dünne Anzughose dringt grobe Feuchtigkeit an die Pobacken. Die dort heimischen feinen Härchen senden an mein Hirn, dass Kotze auf Haut getroffen sein muss. Hundekotze. Ich winde mich und presse meine Lippen vor Ekel zusammen. „Haben Sie schlecht gegessen?“, sorgt sich mein Kunde. „Ich nicht, aber Speedy“, denke ich mir, erwidere aber, dass ich gerade faste, woran sich mein Magen erst noch gewöhnen müsse. 

 

Der Kunde präsentiert sich wissbegierig wie selten. Er reiht Frage an Frage, und geleitet mich in einen strapaziösen Sitzmarathon. Trotzdem gelingt es mir, ein flüssiges Gespräch zu führen, auch oberhalb der Tischkante. Der Kunde hat kaum das Büro verlassen, als ich fluchtartig zur Toilette stürme, um den Schaden zu begrenzen. Wieder zurück, fordere ich Laura auf, meinen Steuerberater Roland Wilm anzurufen, um zu fragen, ob die Kosten für eine gründliche Anzugreinigung abgesetzt werden können. „Hoffentlich will er nicht wissen, um welche Art von Schaden es sich handelt“, schlucke ich. 


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