Mehr als die klassische Steuerberatung

18.12.2019

Steter Tropfen höhlt den Esel – Weihnachten trifft Hollywood

Wieder siegte mein gutes Herz. Nachdem ich ihm im Sommer schon einmal ausgeholfen hatte, wollte ich meinen lieben Schwiegersohn auch diesmal nicht im Stich lassen. Damals schossen wir uns, verbunden durch spezielle Elektroden, bei einem Experiment an der Medizinischen Hochschule gegenseitig Gedanken ins Hirn. Was tatsächlich klappte. Doch eine meiner – zugegeben gehässigen – Botschaften blies ihn so kräftig um, dass er sie nicht mehr aussprechen wollte. Seit dem Vorfall überblättert er jedes Mal hektisch die „Proband-gesucht“-Rubrik in der Tageszeitung. Trotzdem erklärte ich mich bereit, in seiner notorisch unterbesetzten Laienspielgruppe auszuhelfen; und bei einer Weihnachtsaufführung in einer Seniorenresidenz einen der Heiligen Drei Könige zu mimen. Dafür gab es nämlich 150 Euro pro Kopf. Für David ein kleines Vermögen.

 

Wir reisen separat an. Hinter den Kulissen begegne ich ihm. Aus seinem Mund weht mir ein erlesenes Gemisch aus Wodka, Cola und Kippe entgegen. Mit gequälten Bewegungen windet er Arme, Beine und Hüfte in das Kostüm: den Esel. Eine Rolle, die er nicht spielen muss. Ich schnappe mir die Pappkrone, den falschen Bart, das Gewand und ein paar Accessoires: fertig ist Balthasar. Josef und Maria haben mittlerweile ein Obdach gefunden. Gleich erblickt der Heiland das Licht der Welt. David ist bereits vor zwei Minuten auf die Bühne geschlichen. Meine durchlauchten Kollegen erheben sich. Ich rüttle den Vorhang zur Seite. Ähnlich versiert wie die Chipspackung durch das Wohnzimmer, schwinge ich den Myrrhekelch durch den forschen Wind von Betlehem. Religiöses Flair versprühe ich nur rudimentär – aber das ist den anwesenden Dauerwellen, Hornbrillen und Strickpullundern vermutlich egal.

 

Wir passieren die Pforte zum Stall. Ein schlapper Schwanz hängt mir entgegen. „Zum Glück hat er es bis hierhin geschafft“, freue ich mich für David. Doch dann fällt mir auf, dass er immerzu von einem Huf auf den anderen kippt. Sein Kopf schwankt ruckartig von rechts nach links. „Einen betrunkenen Esel hat der Erlöser nicht verdient“, bin ich enttäuscht und stelle mich direkt vor ihn, um das unsägliche Gestolpere zu verdecken. Plötzlich spüre ich, wie ständig etwas an meinen Hintern stößt. Ich spitze nach hinten – natürlich David, der seine Nüstern nicht im Griff hat. Ich überlege einen Moment, ihm den eisernen Myrrhekelch über die Rübe zu ziehen, möchte jedoch die letzte Lebensruhe des Auditoriums nicht unnötig stören.

 

„Der Alkohol gestern. Die Hitze hier drinnen“, japst das nichtsnutzige Fell. „Reiß dich gefälligst zusammen, du bist hier Zeuge eines Weltereignisses; wenn auch nicht in der Hauptrolle“, flüstere ich erbost zurück. „Das ist mir egal, ich glaube ohnehin nicht an Go…“ Er bringt den Satz nicht zu Ende. Er stolpert querfeldein über das Parkett; dann kracht er per Seitwärtsflug mitten auf das Jesuskind – aus Wachs. In den ersten Reihen brandet Getuschel auf. „So ging die Geschichte aber nicht“ oder „Wieso liegt der Esel in der Krippe?“, sorgen sich die Heimbewohner. Eine Schwester eilt zur Hilfe und befreit David aus seinem Kostüm. Er ist bei Sinnen. Zumindest buchstäblich. Aus dem Hinterhalt zwinkert mir mein Steuerberater Roland Wilm zu, der einen befreundeten Pfleger abgeholt hat. Wie gut, dass ich ihn habe: Die Steuererklärung schickt er mir nächste Woche zu. Pünktlich. Auf ihn ist Verlass. Auf ihn.


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